Gold glänzt nun schon länger mit einer herausragenden Wertentwicklung. Das Edelmetall gilt zudem als „Krisenschutz“. Warum Gold für den Vermögensaufbau trotzdem ziemlich ungeeignet ist.
Gold hat auf die Menschen von jeher eine magische Anziehungskraft ausgeübt. Um das Edelmetall ranken sich zahlreiche Legenden. Im alten Ägypten beispielsweise war man überzeugt, dass das „Fleisch“ der Götter aus Gold besteht. Die mit Gold gefüllte Schatzkammer war lange ein Symbol für Reichtum und Macht. Und der Goldrausch ist ein in der Geschichte häufiger vorkommendes Phänomen.
An den Kapitalmärkten glänzt Gold seit einer Weile wieder besonders. Im vergangenen Jahr hat der Kurs nochmal einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht. Über die Gründe wird fleißig spekuliert. Manche verweisen auf eine schon seit 2022 auffällig gestiegene Nachfrage von Notenbanken. Im vergangenen Jahr zählten unter anderem die Polens, der Türkei, Indiens und Chinas zu den eifrigsten Käufern. „Dass manche Notenbanken ihre Goldbestände beträchtlich ausbauen, dürfte damit zusammenhängen, dass sie sich etwas unabhängiger vom US-Dollar machen wollen“, erklärt Arndt Kussmann, Leiter Investmentkommunikation und Analyse bei quirion und bei der Quirin Privatbank. Die Sanktionen gegen Russland im Zuge des Ukraine-Kriegs und die faktische Enteignung von Russlands Dollar-Währungsreserven seien eine deutliche Erinnerung gewesen, dass Dollarreserven keineswegs risikolos sind.

Spekulation auf Schutz
Dazu kommt: Starke Aufwärtstrends nähren sich ein Stück weit auch von sich selbst. Große Kurssprünge ziehen Anlegerinnen und Anleger an und das verstärkt den Trend. „Spekulatives Geld ist aber in der Regel flüchtiges Geld, ein möglicher Risikofaktor“, warnt Kussmann.
Dabei zehrt Gold bei vielen Investoren gerade von seinem Image als „Krisenschutz“. Und mögliche Krisenherde zu finden, fällt schon längere Zeit nicht sonderlich schwer. Ob geopolitische Spannungen, Fragezeichen bei der wirtschaftlichen Entwicklung oder bei der Inflation: Risiken für die Kapitalmärkte gibt es eine Menge. Aber das ist gar nicht so ungewöhnlich. „Risiken lassen sich eigentlich immer finden“, unterstreicht Kussmann. Bei der Geldanlage stelle sich daher immer die Frage, wie man das Verhältnis von Renditechancen und Risiken möglichst optimiert.
Dass Gold im Portfolio Rückschläge in anderen Anlageklassen auffängt, ist zumindest zweifelhaft. Auf keinen Fall tut es dies verlässlich. „Manchmal hat Gold diese Funktion erfüllt und manchmal nicht“, stellt Kussmann fest. „Zum Beispiel verlor der Goldpreis in der Finanzkrise im Jahr 2008 erst einmal rund 20 Prozent an Wert, stieg erst danach wieder.“ Beim Schutz vor Inflation sieht es nicht besser aus. Im Jahr 2022, als die Inflation mehr oder weniger weltweit nach oben schoss, kam der Goldkurs letztlich nicht vom Fleck, ja sackte zwischenzeitlich sogar deutlicher ab. Real (nach Abzug der Inflation) verlor man in 2022 auch mit Goldanlagen Geld.
Renditeerwartung von null
Gold wirft weder Zinsen noch Dividenden ab. Für den Vermögensaufbau wiegt aber noch schwerer, dass es keinen ökonomischen Grund für einen steigenden Goldpreis gibt. Aktien beteiligen Anlegerinnen und Anleger an Unternehmen und damit an der Wirtschaft. Das Kapital ist also produktiv – und auf Wachstum ausgelegt. „Das ist der Grund dafür, dass Aktienmärkte langfristig und im Schnitt nach oben tendieren“, unterstreicht Kussmann.

Gold fehlt dieser systematische Zusammenhang mit der Wirtschaft. „Gold hat deshalb im Prinzip eine Renditeerwartung von null, der Goldwert basiert weitgehend auf Vertrauen“, erläutert Kussmann. Knappheit allein sei noch kein Grund für systematisch steigende Kurse. „Und wenn ich nun an Schmuck oder die Verwendung von Gold in der Elektronik denke: Da befinde ich mich wieder in der Welt der Unternehmen und der Aktienmärkte.“
Nach Ansicht von Kussmann eignet sich Gold von daher allenfalls als kleine Depotbeimischung, zumal man die durchaus vorkommenden Outperformance-Phasen gegenüber Aktien nicht vorausahnen kann. Zudem wies der Goldpreis in der Historie immer wieder sehr lange Durstrecken auf, wie der obige Kursverlauf exemplarisch zeigt. „Goldanlagen sind etwas für diejenigen, denen die über Jahrhunderte andauernde Bedeutung des Goldes ein Gefühl der Sicherheit vermittelt.“ Für den langfristigen Vermögensaufbau seien Aktien sehr viel besser geeignet – wenn das Portfolio breit gestreut sei.
„Einzelne Aktien können ausfallen, Branchen und Länder auch über lange Zeiträume in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten“, betont Kussmann. Dass der Weltaktienmarkt als Ganzes über längere Zeit „ausfalle“, sei dagegen kaum vorstellbar. „Mit einem auf wissenschaftlicher Basis diversifizierten Portfolio, wie unserem globalen ETF-Portfolio, betreibt man einen sinnvollen Vermögensaufbau und vermeidet gleichzeitig unnötige Risiken.“
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